Rislane and The Lovers – Muted

Schweigen als Spektakel

Die Schweiz-Marokkanische Sängerin Rislane El Harat inszeniert in der Photobastei in Zürich eine Performance, die Sinnbild ist für das Verstummen, das Musikerinnen und Musikern, Sängerinnen und Sängern im Zuge der Corona-Pandemie aufgezwungen wurde. «Muted» – ein Konzert als stille Ausstellung.

Singen war für sie immer die schönste, natürlichste Sache der Welt. Mehr als das: eine Berufung. «Musik hat mir die Gelegenheit gegeben, Menschen zu begegnen, die mein Leben bereichert haben und Orte zu sehen, die ich sonst kaum bereist hätte», sagt Rislane El Harat. Die Schweizer Sängerin mit marokkanischen Wurzeln ist ein Ausnahmetalent. Ihre Stimme ist kraftvoll und warm, verbindlich und nah. Und sie strahlt Sehnsucht aus. Die Sehnsucht, ein Echo beim Publikum zu finden und zusammen mit ihm einen Chor zu entfachen, der die Menschen in der Welt miteinander verbindet. Rislane hat in Schülerbands gesungen und auf Kreuzfahrtschiffen, in alternative Rockbands und in einem preisgekrönten Beatles-Tribute im Theater Rigiblick Zürich. Sie hat Songs geschrieben und Texte gedichtet, hart gejobbt und Geld gespart – und ein eigenes Album aufgenommen, das das Potenzial hat, weit über die Grenzen der Schweiz hinaus die Menschen zu begeistern. Darum war eine internationale Tournee geplant. Alles war parat für einen grandiosen Start.

Doch dann kam Corona

Plötzlich war alles anders. Keine Konzerte. Keine Auftritte. Keine Begegnungen. Kein Verdienst.

Singen berge die Gefahr, das Verbreiten des Virus zu begünstigen, hiess es. Folge: Singverbot! Eine existenzbedrohende Erfahrung für eine Sängerin, die sich bis dahin über ihre Stimme identifizierte. «Wie kann es sein, dass plötzlich etwas gefährlich ist, das vorher so vielen Menschen Freude bereitet hat?», schiesst es Rislane immer wieder durch den Kopf.

Ohne Perspektive sitzt sie zu Hause, sieht ihr brandneues Album, schaut auf Ihre Pläne, blickt auf die Bühnenoutfits, die jetzt nutzlos in ihrem Kleiderschrank hängen. Stille herrscht, und Schweigen.

muted

Rislane erkennt in ihrem Lockdown: Musik ist für sie viel mehr als Klang und Showspektakel. Die Seele der Musik ist für sie die Begegnung mit anderen Menschen. Eine gemeinsame Erfahrung, die von der Besonderheit eines inszenierten Augenblicks geprägt ist. Und so intensiv, wie eine Pause in einem grandiosen musikalischen Werk ihre Wirkung entfalten kann, so stark kann auch das stille Schweigen einer Sängerin das Gegenüber berühren.

So beschliesst Rislane, ihre Musik schweigend dem Publikum zu präsentieren.  In einer Galerie, dort wirken die Schutzkonzepte. Als Tonkulisse einer stummen Ausstellung, in der die Sängerin selbst zum Schauobjekt wird. Sitzend auf einem Stuhl. Nur mit Augenkontakt zum Gegenüber. Umgeben von Fotos, Plänen und ihren Bühnenutensilien, die plötzlich so sinnlos und ausgestorben wirken. Schweigen als Spektakel. Ein Weckruf, der lautlos verhallt. Ein Moment des Innehaltens, um zu spüren: So still ist die Welt ohne Gesang, ohne Musik, ohne die Stimmen, die verführen und entführen. «Es ist ein Heilungsprozess», sagt Rislane.

Rislane and The Lovers – Muted
Photobastei, Sihlquai 125, 8005 Zürich
ab 19. 
April 2021.

 
Tickets: www.rislane.ch/muted, Schutzmassnahmen gemäss Verordnung des Bundes werden eingehalten


Für Rückfragen:

Hugo Mauchle
management@rislane.ch
079 406 51 51